Wohnpraxen

in Kontext von Flucht & Migration

Seit Sommer 2015 steht Deutschland vor der Herausforderung der Aufnahme und Integration der vornehmlich aus den vor Bürgerkrieg und Terror geflüchteten Menschen aus Syrien und dem Irak. Auch in Stadt und Landkreis Regensburg haben mehrere tausend Menschen Unterkunft gefunden, die wiederum prägend auf die bisherige Alltagskultur der Region wirken.

 

Die Ausstellung wird von Studierenden der Vergleichenden Kulturwissenschaft der Universität Regensburg durchgeführt und konzipiert. Als Kooperationsprojekt mit CampusAsyl wird sie auf einer der ersten wissenschaftlichen Tagung am 19./20. Juni  eröffnet werden.

 

 

Die Studierenden haben dazu Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen, im Transitzentrum und in Gemeinschaftsunterkünften besucht sowie mit Geflüchteten nach dem Bezug eigener Wohnungen gesprochen. Dabei wurden zahlreiche Fragen angesprochen, die in der Ausstellung visuell, sensorisch und akustisch mittels Objekten, Tonbandaufzeichnungen, Text- und Fotodokumenten dargestellt werden: Welche Art von Raumaneignung kann innerhalb sehr begrenzter räumlicher Situationen überhaupt stattfinden? Wie wird mit vorhandener Fremdbestimmung in den Unterkünften umgegangen? Wird auf bekannte Muster aus den Heimatländern Wert gelegt? Welche Bewältigungsstrategien finden sich im Umgang mit gemeinschaftlich genutzten Sanitäranlagen und Küchen? Und vor allem: Wie gestaltet sich die Wohnungssuche in einer ohnehin bereits äußerst angespannten Lage auf dem Regensburger Wohnungsmarkt?

 

Die Ausstellung beschäftigt sich auf kreative Weise mit einem gesellschaftlich und politisch hochrelevanten Thema. Sie sensibilisiert für Fluchtbiographien und wirkt radikalisierenden und rechtsradikalen Stereotypen und Ansichten entgegen, trägt also zur demokratischen Meinungsbildung bei. Gleichzeitig verfolgt sie einen informativ-neutralen und keinen moralisierend-belehrenden Charakter.